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Der Oberliga-Auftakt im Schachjahr 2020 führte die erste Mannschaft nach Plauen, wo der Zweitligaabsteiger und dessen Reserve wartete. Die Voraussetzungen waren klar, ein Sieg gegen Plauen II war Pflicht, alles was gegen Plauen I kam ein Bonus.


Samstag war zunächst Plauen II der Gegner. ASP hatte mit der kurzfristigen Absage von Jaroslav Bures zu kämpfen, dennoch war man klarer Favorit. Den Auftakt machte Alex Grohmann. Er hatte mit Schwarz in einem scharfen Najdorf-Sizilianer einen Bauern gewonnen und die Damen getauscht. Der Mehrbauer war allerdings ein Doppelbauer im Zentrum. Alex machte allerlei Verrenkungen mit dem Ziel, den Mehrbauern zu halten. Irgendwann war er aber dann doch wieder weg und es verblieb ein ausgeglichenes Endspiel, Remis. Kurz darauf ging ASP bereits durch den Berichterstatter in Führung. Robert Böhm hatte die gleiche ruhige Englisch-Variante wie gegen Aue gewählt. Sein Gegner vertauschte schon in der Eröffnung die Pläne, so dass ein Bauer ohne jegliche Kompensation flöten ging. Mehr wollte der Gegner dann schon auch nicht mehr sehen, die Aufgabe erfolgte bereits nach 18 Zügen. Mika Hassemeier mit Schwarz mit einem soliden Aufbau gegen das Einigeln des Weißen. Die Stellung mutete bald an wie ein geschlossener Sizilianer mit komfortablem Spiel für Mika. Irgendwann ging es aber nicht mehr so recht weiter und Mika war mit einem Remis zufrieden, 2:1 für ASP. Auch Sibylle Heyme begann eher ruhig. Die Stellung symmetrisch mit beider­seitigen langen Rochaden. Man begann sich auf längeres Lavieren einzurichten. Allerdings kreierte Sibylle ein paar subtile Drohungen gegen den schwarzen König. Verbunden mit Doppel­turm in der offenen Linie war das durchaus giftig. Der Gegner nahm einen vermeintlich hängenden Zentrumsbauern, was aber wegen Taktik nicht funktionierte. Sibylle strich eine ganze Figur und den vollen Punkt ein. Das Unterhaus war damit fertig und ASP führte 3:1. Milan Orsag versuchte mit Weiß im Grünfelder, eine komplizierte Position zu schaffen, was auch gelang. Beiderseitig hoher Bedenkzeitverbrauch war die Folge. Milan versuchte eine Königsattacke, der Gegner parierte aber clever und gewann sogar einen Bauern. In der Folge war die Stellung ziemlich undurchsichtig, vielleicht sogar schlechter für Milan. Die Reißleine in Form des Remisangebotes wurde daher dankend gezogen. Ilya Spivak hatte mit Schwarz einen Standard-Slawisch-Aufbau gespielt und stand gut gegen das katalanische Setup des Gegners. Als normalerweise ein kompliziertes Mittelspiel beginnen sollte, stellte sein Gegner einfach einen Bauern ein, was die Sache für Ilya natürlich recht einfach machte. Er wickelte die Sache sauber ab, was ASP schon die 4½:1½ Führung und damit den Mannschaftssieg brachte. Klaus-Dieter Kesik mit Schwarz mit einem komischen Aufbau im Caro-Kann, der zu einer schwerblütigen Stellung mit Französisch-Strukturen führte. Klaus-Dieter ließ seinen König im Zentrum. In der Folge standen mehrfach Figuren auf komischen Feldern am Rand, was zumindest der Berichterstatter nicht so recht verstand. Klaus-Dieter öffnete zwei Linien am gegnerischen Königsflügel und verpasste dem Gegner einen Doppelbauern auf der g-Linie. Der finale Punch war nicht so recht in Sicht, in Zeitnot ergaben sich aber Trickchancen, die Klaus-Dieter irgendwann nutzte, um den Sack zuzumachen. Den Schlusspunkt setzte Günther Jahnel. Dessen Gegner hatte in der Benoni-Wolga-Struktur eigentlich gutes Spiel für den Minusbauern. Er verzichtete für die Initiative darauf, den Bauern zurückzugewinnen. In Zeitnot allerdings gelang Günther eine Abwicklung, in der er zwei Läufer für einen Turm bekam. Er musste danach noch ein paar Probleme auf der eigenen Grundreihe lösen, aber als das gelang, war der Rest Technik. Noch ein voller Punkt zum hohen 6½:1½ Endstand für ASP. Der Sieg war wohl auch in der Höhe ok, die Gewinnpartien waren allesamt schön herausgespielt. Am Ende gestaltete sich die Suche in der samstäglichen Plauener Gastronomie als fast so schwer wie der gesamte Wettkampf.

Sonntagmorgen wurde dann auch die erste Pflichtaufgabe gelöst, ein offenes Café am Morgen zu finden. Zum Nachmachen nicht empfohlen. Die Aufgabe am Brett gegen Plauen I dennoch ungleich schwerer. Bereits am Vortag hatte man ja realisiert, dass Plauen der Abwechslung halber mal die zwei Spitzenbretter aufbot, gegen uns nun schon das dritte Mal. Nicht, dass wir noch als Angstgegner gelten. An sieben der acht Bretter deutlicher Außenseiter, da hängen die Trauben natürlich etwas höher. Der Wettkampf begann dennoch vielversprechend. Mika Hassemeier kannte sich in der gewählten Königsindisch-Variante bestens aus und spielte schnell und druckvoll. Unter Opfern wurde das blockierte Zentrum aufgerissen und der schwarze König stilvoll erlegt. Die frühe Führung für ASP und der erste Oberliga-Sieg für Mika, Glückwunsch. Der Berichterstatter bekam eine seltene Idee in der slawischen Abtauschvariante vorgesetzt und musste etwas Gehirnschmalz aufbringen, um die korrekte Verteidigungsidee zu finden. Als dies dann doch glückte, verblieb die übliche symmetrische Stellung und man einigte sich auf Remis. In der Zwischenzeit hatte sich schon das Bild bei Sibylle Heyme verdüstert. Schon ausgangs der Eröffnung, die so ein bisschen aussah wie eine Großmeisterstellung in der Berliner Mauer, musste sie umständlich einen hängenden Bauern verteidigen. Der Gegner setzt auf Aktivität der Figuren und schon bald verlor Sibylle eine Qualität und drei Züge später auch die Partie. Alex Grohmann hatte eine clevere sizilianische Nebenvariante gewählt, die vielleicht nicht hochgradig anspruchsvoll ist, aber zumindest dafür sorgte, dass sein Gegner ziemlich viel Zeit verbrauchte. In der Folge hatte Alex ein leichtes Plus, was sich aber nicht weiter verdichtete, sodass kurz vor der Zeitkontrolle Remis vereinbart wurde. Damit war wieder das Unterhaus zuerst fertig, es stand 2:2 und der Wettkampf sah im Grunde offen aus, was eigentlich ein gutes Zeichen war. Die vier noch laufenden Partien im Oberhaus waren allesamt spielbare Stellungen. Dass am Ende aus den vier Partien nur noch ein halber Zähler herauskam, war das vielleicht auch der Klasse des Plauener Oberhauses geschuldet. Die beste Stellung hatte zu dem Zeitpunkt vermutlich Klaus-Dieter Kesik. Gedeckter Freibauer im Zentrum, die einzige offene Linie in Beschlag, alles dufte. Was fehlte, war eine Durchbruchsidee in der blockierten Stellung. Klaus-Dieter wollte selbige erst nach der Zeitkontrolle suchen und lavierte ein bisschen herum. Dummerweise stellte er dabei den Freibauern einzügig ein. Danach war es natürlich vorbei mit der Herrlichkeit. Es ging ins Endspiel und Klaus-Dieter hatte Glück, dass Schwarz seinen Mehrbauern nicht flott machen konnte und brachte noch einen halben Punkt heim. Milan Orsag hatte eine seiner üblichen Sizilianisch-Aufbauten gegen den griechischen GM gewählt. Dieser behandelte die Stellung ziemlich großmeisteresk. Königssicherheit first, alle Figuren auf schöne Felder stellen und einfach spielen. Milan wurde sein Problem des unrochierten Königs nicht los. Im Schwerfiguren-Mittelspiel häuften sich die Felderschwächen. In Zeitnot verlor Milan einen Bauern und bevor der Branchenkrösus noch schwierige Varianten in Zeitnot rechnen musste, wickelte er die ganze Angelegenheit smooth in ein gewonnenes Turmendspiel ab. Der Kiebitz fragte sich derweil, warum Schach von guten Leuten immer so einfach aussieht. Plauen ging damit erstmals in Führung, 2½:3½. Die interessanteste Partie des Tages spielte wohl Ilya Spivak. Die Eröffnung mündete in einen Aufbau, der irgendwie nach Sveshnikov aussah. Beide Seiten mit den jeweils thematischen Ideen. Irgendwann opferte Ilya mutig einen Bauern, um seine Damenflügelbauern flott zu machen. Die Gegnerin wollte den Mehrbauern gern behalten und kreierte Gegendruck am Königsflügel. Alsbald hatte Ilya zwei Bauern auf d7 und b7, ein Gewinn war aber nicht in Sicht, denn die Gegnerin hatte immer mindestens Dauerschach. Sie wollte aber mehr und erhöhte den Druck am Königsflügel. Irgendwann schlug der Angriff dann auch durch und auch Ilya musste die Segel streichen. Günther Jahnel musste wie schon am Vortag am längsten spielen. Mit Schwarz hatte er eine komplizierte Stellung im dynamischen Gleichgewicht bekommen, die ein bisschen an einen Leningrader erinnerte. Im Mittelspiel trödelte Günther ein bisschen, so dass er in Zeitnot einen Bauern verlor. Er landete in einem Turm-Springer gegen Turm-Läufer-Endspiel mit Minusbauern, was sich noch lange hinzog und dass er am Ende nicht halten konnte. Endstand damit 2½:5½ aus ASP-Sicht.

ASP immer noch auf Platz 10, aber jetzt schon drei Mannschaftspunkte vor einem direkten Abstiegsplatz.

Robert Böhm

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